IWT und ZF initiieren Teststrecke für automatisiertes Fahren

Veröffentlicht von IWT am


  • Auf innerstädtischer Teststrecke mit intelligenter Infrastruktur soll Mobilität von morgen erprobt werden
  • Konsortium will Forschungsaktivitäten und Innovationskraft in der Region stärken
  •  Grundsatzbeschluss im Gemeinderat über Beteiligung 250.000 Euro für moderne Ampelanlagen

Das Institut für Weiterbildung, Wissens- und Technologietransfer (IWT) und die ZF Friedrichshafen AG initiieren eine Teststrecke für automatisiertes Fahren in Friedrichshafen. Der Gemeinderat hat über die Beteiligung der Stadt Friedrichshafen an dem Projekt Teststrecke abgestimmt. Mit dem Grundsatzbeschluss verbunden ist eine Entscheidung über 250.000 Euro Investitionen in moderne Ampelanlagen.

Damit automatisierte Fahrfunktionen im realen Straßenverkehr erprobt werden können, soll eine Teststrecke im Stadtgebiet Friedrichshafens ausgewiesen und technisch aufgerüstet werden. Die Basisstrecke verbindet das Forschungs- und Entwicklungszentrum von ZF mit Werk 2, dem Forum und Werk 1 des Unternehmens; sie deckt die Straßentypen Bundesstraße 31 sowie Tempo-50- und Tempo-30-Zonen ab. Fahrten durch Tunnel, Kreisverkehre, mehrspurige Abbiegungen oder unmarkierte Straßen können hier erprobt werden. Geplante Erweiterungen der Teststrecke binden den Campus Fallenbrunnen sowie die Innenstadt an und führen auch durch Wohngebietsstraßen, Fußgängerzonen und städtische Parkhäuser.

Mit der gelben Route wird ab Herbst gestartet, die rote Strecke ist später geplant.

Automatisiertes Fahren ist eine Vorstufe zum autonomen Fahren, entscheidende Unterschiede sind die Kontrolle und die Möglichkeit des Eingreifens durch den Fahrer: „Sicherheit steht beim automatisierten Fahren an oberster Stelle und ist im gemischten Fahrzeug-, Fahrrad- und Fußgängerverkehr absolute Grundvoraussetzung für jegliche Erprobungsfahrten in der Stadt Friedrichshafen“, sagt Andreas Brand, Oberbürgermeister der Stadt Friedrichshafen. „In jedem Erprobungsfahrzeug sitzt ein erfahrener Testfahrer, der jederzeit eingreifen kann und das Kommando über das Fahrzeug hat.“

Der Testfahrer nann jederzeit die Kontrolle übernehmen.

Der Gemeinderat der Stadt Friedrichshafen stimmte dem Vorhaben zu, jetzt sollen in der ersten Ausbaustufe der Teststrecke insgesamt neun Ampelanlagen technisch so ausgerüstet werden, dass sie mit den Testfahrzeugen kommunizieren und ihnen den Signalisierungszustand (rot oder grün) übermitteln können. Außerdem soll der Verkehrsrechner der Leitstelle erweitert werden, der die Ampeltechnik überwacht und die Verkehrsdaten verwaltet.

„Mit diesem Verbund aus Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Verwaltung und Unternehmen stärken wir die Innovationskraft und Forschungsaktivitäten in der Region und bauen Friedrichshafens Position als moderner Hightech-Wirtschaftsstandort weiter aus“, sagt Brand.

„Die Teststrecke bietet großes Potenzial für Kooperationsprojekte zwischen Hochschulen und Unternehmen“, sagt Sarah Kluge, Projektleiterin der Innovationsinitiative #bodenseeinnovativ am IWT. „Im Rahmen der Initiative wird sich das IWT besonders auf die Einbindung von kleinen und mittleren Unternehmen aus der Region konzentrieren, um diese an der Entwicklung von Zukunftstechnologien teilhaben zu lassen. Es werden sich Chancen für den Fluss von Fördermitteln in die Region ergeben. Damit wird die Teststrecke ein zentraler Baustein in der strategischen Entwicklung des Wissensstandorts Campus Fallenbrunnen.“

„Für uns ist es wichtig, gerade hier vor Ort am Stammsitz des ZF-Konzerns und seiner Zentralen Forschung & Entwicklung eine Erprobungsmöglichkeit für automatisierte Fahrfunktionen zu haben – Stichwort: kurze Wege vom Labor auf die Straße“, erklärt Torsten Gollewski, Geschäftsführer der ZF-Tochterfirma „Zukunft Ventures GmbH“, in der ZF unter anderem seine Start-up-Beteiligungen im Segment des autonomen Fahrens bündelt. Gollewski: „Wir bauen hier in Friedrichshafen mit Hochdruck Entwicklerteams auf – im Vertrauen darauf, dass die Verfügbarkeit entsprechender Testmöglichkeiten im realen Straßenverkehr gegeben ist und diese Arbeitsplätze damit zukunftssicher sind.“

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